Elena erzählt: Wir sollten uns selbst besser behandeln

Gefangen in Stress und Leistungsdruck: Viel zu oft gehe ich hart mit mir ins Gericht, statt mir mal ein bisschen Ruhe oder gar Schwäche zu gönnen.

Ich wollte mal über ein Thema schreiben, das mich aktuell sehr beschäftigt – nämlich Gesundheit. Weil ich schon seit Jahren mit Stress und Überlastung zu kämpfen habe, wollte ich von meinen Erfahrungen berichten und erklären, was man am besten dagegen tun kann.

Ich bin eigentlich jemand, der nie mit großen gesundheitlichen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte und dafür sehr dankbar. Allerdings kommt es in letzter Zeit immer öfter vor, dass ich krank werde oder irgendwelche Beschwerden wie Rückenschmerzen oder anhaltende Müdigkeit habe. Deshalb war es Zeit für mich, das Ganze ernsthaft anzugehen, um mich langfristig besser zu fühlen.

„Ihr Beruf ist furchtbar“

Nachdem ich eines Nachts mit Atemnot aufgewacht bin, bin ich zum Arzt gegangen und habe mich gründlich untersuchen lassen. Mir fehlt tatsächlich nichts, ich bin (rein körperlich) kerngesund. Allerdings hat das Gespräch mit dem Arzt trotzdem einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen.

Weil die Atemnot mit Herzrasen einherging, bin ich bei einem Herzchirurgen gelandet, der (zufällig) in derselben Praxis wie mein Hausarzt sitzt. „Sie haben gesehen, wer sonst in meinem Wartezimmer sitzt, was machen Sie hier?“, war das erste, was er zu mir gesagt hat, mit Verweis auf einen Haufen alter Menschen im Raum vor seinem Sprechzimmer.

Ich erklärte ihm meine Beschwerden und wir kamen schnell darauf zu sprechen, dass ich einfach zu viel mache. Ich arbeite freiberuflich als Journalistin und Designerin und studiere nebenbei noch – bis vor kurzem sogar zwei Studiengänge parallel. „Sie haben einen furchtbaren Job“, war der nächste Satz von ihm, der mir deutlich im Gedächtnis geblieben ist. „Ich behandle viele Journalisten. Die meisten sind mit 60 ein Wrack“.

Ich liebe meine Arbeit bei der GameStar, aber eine Herz-OP möchte ich trotzdem nicht riskieren.

Einfach weniger machen?

Das ist natürlich nichts über seinen Beruf, was man gerne von einem Herzchirurgen hören möchte. Er hat mich schließlich untersucht und mich dann mit dem Verweis nach Hause geschickt, mir Stress-Bewältigungsstrategien anzueignen. Das werde ich auch (und sie dann auf Wunsch mit euch teilen), allerdings möchte ich hier schon mal ein paar Tipps sammeln, die mir persönlich helfen, meinen Stress zu reduzieren.

Die offensichtliche Lösung ist natürlich einfach weniger zu machen. Allerdings hat diese Option nicht jeder – Tätigkeiten wie Job oder Studieren lassen sich nicht so leicht beenden oder stark im Umfang reduzieren. Obwohl das natürlich eine Überlegung wert sein sollte, wenn einem eines von beidem (oder beides) nicht gut tut.

Genauso wenig möchte man vielleicht auf geliebte Freizeittätigkeiten verzichten, auch wenn sie gemeinsam mit den Verpflichtungen Stress erzeugen. Mir geht es zumindest so, dass die meisten Dinge, die ich tue, mir sehr viel Freude bereiten und ich mit Leidenschaft dabei bin. Deshalb fällt es mir schwer, etwas aufzugeben. Wenn es euch genauso geht, helfen euch ja vielleicht meine Strategien.

Macht eine Bestandsaufnahme

Setzt euch mit Laptop oder Zettel und Stift hin und überlegt genau, was ihr alles den Tag oder die Woche über macht. Arbeitet ihr? Studiert ihr? Zockt ihr viel oder kümmert euch um einen Haushalt? Haltet anschließend fest, welche Tätigkeiten euch Freude bereiten, welche Stress auslösen und ob sie freiwillig oder notwendig sind.

Bei den notwendigen Tätigkeiten lässt sich normalerweise nicht viel ändern. Aber vielleicht findet ihr ja freiwillige Punkte, die sich etwas reduzieren lassen. Wobei das natürlich nicht nur die sein sollten, die euch Freude bereiten.

Aber unter Umständen könnte euch ja jemand beim Haushalt helfen? Oder ihr macht den Spanischkurs am Abend überhaupt nicht, weil ihr es wollt, sondern nur weil eine Freundin euch hingeschleift hat? Oder ihr wollt statt Fitnessstudio vielleicht lieber täglich spazieren gehen und damit Zeit und Aufwand sparen?

Weg mit dem Studium

Mir persönlich ging es danach so, dass ich eingesehen habe, dass mein Japanisch-Studium aktuell nicht zielführend ist. Obwohl es mir gefallen hat, hat es extrem viel Zeit in Anspruch genommen, weil Japanologie mit sehr viel Lernen und Anwesenheit für die Sprach-Praxis verbunden ist. Am Ende habe ich gemerkt, wie meine Leistungen nachließen, weil mir einfach keine Zeit zum Üben mehr geblieben ist und es mich frustriert hat.

Deshalb habe ich mich für eine Pause entschieden. Das heißt nicht, dass ich das Studium nie wieder fortsetze, aber momentan sind mir meine Gesundheit und meine anderen Tätigkeiten einfach wichtiger. Wenn ihr auch so entscheidet, solltet ihr euch auf keinen Fall schlecht fühlen. Euer Wohl geht immer vor!

Japan als Land fasziniert mich ungemein und ich mag das Studium immer noch sehr – aber manchmal muss man Opfer bringen. Jetzt lerne ich die Sprache erst einmal für mich weiter.

Japanologie studieren: Das sollte man beachten

Organisiert euren Alltag

Stress entsteht meistens, wenn man den Überblick verliert. Man ist überfordert, hat keine Kontrolle mehr und schafft viel zu wenig. Damit das nicht passiert, sind Listen oder Apps eine gute Sache. Ich nutze zum Beispiel Trello.

Damit kein Stress entsteht, könnt ihr hier jeden Abend den nächsten Tag planen oder auch schon am Wochenanfang die Woche organisieren. Priorisiert Tätigkeiten so, dass ihr für alle genug Zeit habt, um sie zu erledigen. Hier merkt ihr auch schon, wenn ihr euch unrealistisch viel aufladet oder bestimmte Dinge kollidieren.

Ich trage in meinen Plan meine festen Arbeitszeiten ein, sowie wann ich mich mit meinem Online-Studium (Game Art and Animation) beschäftigen will. Zusätzlich nehme ich mir bewusst Zeit für Dinge, die mir wichtig sind (Zeichnen, Schreiben), meinen Youtube-Kanal, andere Aufträge wie Spiele-Tests oder Illustrationen und versuche, auch Sport und Pausen fest einzuplanen.

So funktioniert ein Fernstudium: Meine Erfahrungen mit Game Art

Macht nicht zu viel

Es ist wichtig, dass ihr lernt, wie viel ihr an einem Tag schaffen könnt und euch in der Regel weniger aufladet. Nur weil ihr etwas schaffen könnt, heißt das nicht, dass es auch gesund ist. Diesen Fehler mache ich leider auch noch viel zu oft. Was mir hilft, ist mir feste Zeiten zu den Tätigkeiten einzutragen. So mache ich etwas wirklich nur für die vorgesehene Studenanzahl und lege dann eine Pause ein oder vertage den Rest.

Der Plan kann auch helfen, Arbeiten konzentrierter anzugehen. Ich neige dazu, mich leicht ablenken zu lassen und zum Beispiel ständig aufs Handy zu gucken. Das sorgt dafür, dass man viel zu viel Zeit vertrödelt, was wieder Stress erzeugt. Macht in dieser Zeit also am besten wirklich nur das, was geplant ist und nehmt euch danach eine Pause, die ihr fürs Handy (oder andere Sachen, die euch ablenken) nutzen könnt.

Schlaf, Entspannung und Bewegung

Schlaf fällt gerne am ersten der Schere zum Opfer, wenn es stressig wird. Ich denke mir auch gerne, dass ich dann eben nur fünf Stunden schlafe, wenn ich dafür alles durchziehen kann. Aber das rächt sich zumindest bei mir meistens dadurch, dass ich unleidlich bin, nicht leistungsfähig und generell keinen guten Tag danach habe.

Versucht am besten selbst bei Stress solange zu schlafen, wie euer Körper es braucht (was variieren kann, bei mir sind es sieben bis acht Stunden) oder zumindest Pausen zwischendurch einzubauen, in denen ihr eure Arbeit unterbrecht und spazieren geht oder euch kurz hinlegt.

Spazieren hilft generell gut beim Entspannen, wenn ihr am Computer arbeitet, weil eure Augen sich nicht mehr auf etwas Nahes fokussieren müssen, sondern sich auf die Ferne richten dürfen.

Autogenes Training, Yoga und mehr

Mein Vater hat mir zudem Autogenes Training empfohlen, das ich auf jeden Fall noch ausprobieren möchte. Das sind kontrollierte Entspannungs- und Atemübungen, bei denen man den Körper ähnlich stark erholt wie beim Schlafen. Er meinte zu mir, dass ihn das durch den Studienstress und seine Doktorprüfungen gebracht hat.

Mir persönlich hilft auch Yoga, was mir der Arzt auch geraten hatte. Ich mache jeden Tag ein paar Übungen, meist zwischen 20 Minuten und einer Stunde lang. So bewege ich mich nicht nur, wenn ich es vor lauter Stress nicht ins Fitnesstudio schaffe, sondern entspanne auch meine Muskeln und meinen Geist. Ich nutze meist die Youtube-Workouts von Boho Beautiful, die ich nur empfehlen kann.

Auch Schwimmen kann eine tolle Sache sein, weil man zwischendurch nicht aufs Handy schauen oder sich irgendwie anders ablenken kann.

Yoga, Autogenes Training, Schwimmen oder einfach Spazieren gehen, können dabei helfen, euch besser zu entspannen.

Gesunde Ernährung und sich etwas Gutes tun

Ich stopfe mir bei Stress am liebsten schnell etwa zwischendurch in den Mund. Meist bestelle ich mir irgendetwas oder esse schnell ein ein Fertiggericht, ein paar belegte Brote oder gleich etwas Süßkram.

Das ist hin und wieder nicht schlimm. In Zeiten wo ich das ständig gemacht habe, habe ich allerdings gemerkt, wie mein Körper noch erschöpfter war und ich noch unzufriedener, weil ich irgendwie nie wirklich satt oder dann doch zu vollgestopft mit irgendwas war.

Deshalb habe ich mir angewöhnt, nur noch möglichst gesund einzukaufen. Als Snacks liegen jetzt Nüsse, Obst und dunkle Schokolade in der Küche. Wenn ich eh schon gestresst bin, habe ich nicht die Zeit und Geduld, nochmal zum Supermarkt zu gehen, also bediene ich mich notgedrungen daran.

Verbietet euch nichts, sondern belohnt euch

Gönne ich mir dann zwischendurch doch eine richtige „Sünde“ genieße ich es umso mehr und mache mir keine Vorwürfe wie früher, wo ich ständig irgendwas gegessen habe. Ihr solltet auf jeden Fall nicht ganz auf etwas verzichten, was euch richtig gut schmeckt, auch wenn es ungesund ist. Belohnt euch lieber hin und wieder damit und macht es zu etwas Besonderem.

Essen bestelle ich trotzdem noch gerne, achte aber darauf, mir lieber etwas Gesünderes statt eine große Pizza in den Warenkorb zu legen, weil mich der schwere Magen auch eher am Arbeiten hindert, statt mir Energie zu geben.

Energie ist generell ein gutes Stichwort. Achtet einfach darauf, welche Ernährung euch am besten bekommt. Ich zum Beispiel fühle mich deutlich besser, seit ich auf Fleisch verzichte, weil ich davon oft ein schweres Gefühl im Bauch oder Sodbrennen bekommen habe. Zwischendurch probiere ich mittlerweile auch viele vegane Rezepte aus, auch wenn ich immer noch tierische Produkte zu mir nehme.

Wenn ich etwas Gesundes und Leckeres koche oder Essen gehe, freue ich mich richtig auf das Essen, statt mir nur schnell etwas reinzustopfen.

Nicht nur „Was“, auch „Wie“

Genauso wichtig wie was man isst, ist aber auch wie man es ist. Darin bin ich immer furchtbar gewesen. Ich esse schnell, ich esse nebenbei beim Fernsehen und ich esse große Portionen. Macht es am besten anders (so wie ich es gerade probiere) und nehmt euch kleine Teller, deren Inhalt ihr langsam kaut. Ich finde, wenn man sich darauf konzentriert, muss man nicht auf ein Buch oder den Fernseher beim Essen verzichten, auch wenn es viel empfohlen wird. Aber so ist alleine essen langweilig!

Auch abseits vom Essen hilft es, sich regelmäßig etwas Gutes zu tun. Man kann zum Beispiel ein ausgiebiges Bad nehmen, für das man sich vorher extra eine besondere Badekugel ausgesucht hat oder sich irgendein tolles Shampoo samt Haarkur gönnen.

Mir persönlich hilft es zumindest, mir dann einen Beauty- und Entspannungs-Tag zu gönnen. Aber natürlich kann man sich auch anders eine Auszeit nehmen. Ihr könnt zum Beispiel wegfahren oder einfach mal den ganzen Tag Netflix gucken.

Ich weiß, viel davon klingt wie etwas, das man heutzutage ständig erzählt bekommt. Ich sage auch nicht, dass das für jeden funktioniert, nur dass es mir persönlich gut tut. Letztlich ist mein wichtigster Rat einfach, dass ihr auf euch selbst hören solltet, euch wertschätzen und euch das geben, was ihr braucht. Auch wenn das bedeutet, dass ihr mal etwas nicht schafft.

Ich hoffe meine Tipps konnten euch ein bisschen weiterhelfen. Leidet ihr selbst unter Stress? Wenn ja, wie geht ihr damit um? Schreibt mir gerne in die Kommentare!

Mehr zu meinem Leben, meinen Gedanken und allem rund um Spiele findet ihr seit kurzem übrigens auf meinem Youtube-Kanal The Last Pixel. Dort gibt es ähnliche Beiträge wie in „Elena erzählt“ auch als VLOG-Format. Schaut doch mal vorbei!

Über Elena Schulz

Freiberufliche Journalistin und Künstlerin. Liebt Dinosaurier, den Weltraum, Batgirl, das Meer und alles was mit Videospielen zu tun hat. Eigentlich immer ein bisschen verwirrt.

5 Kommentare zu “Elena erzählt: Wir sollten uns selbst besser behandeln

  1. Huhu Elena,
    interessanter Blogbeitrag und ein wichtiges Thema was du ansprichst. Ich stand vor einiger Zeit einer ähnlichen Situation gegenüber. Ich arbeite Vollzeit (42h) im schulischen Alltag seit jetzt 10 Jahren mit Jugendlichen zusammen. V.a. hat mich Lautstärke von Gesprächen dauerhaft gestresst. Ich bekam dann Magenprobleme ect.
    Ich habe anschließend einen einwöchigen Resilienz-Workshop besucht, der mir vieles offenbart hat. Zum einen zu sehen, wie schlecht es wirklich anderen Menschen gehen kann und zum anderen um zu erkennen, welche Faktoren speziell Stress bei mir auslösen. Ich habe entsprechend meinen Arbeitsplatz angepasst und meine innere Einstellung um zwei Aussagen dauerhaft ergänzt:
    A) Kann ich die Stresssituation selbständig gerade ändern oder nicht?
    B) Negative Aspekte in positive Erfahrungen umwandeln: Wer weiß, wofür dieser Moment dann doch gut ist?

    Mit diesen beiden Einstellungen versuche ich jetzt den Alltag zu meistern und es gelingt größtenteils. Zwar nicht immer, aber es hat sich schon was geändert (zumindest lt. der Aussage meine Frau :-D)
    Was ich dir aber ans Herz legen möchte ist folgendes:
    – Stress manifestiert sich chronisch auch in körperlichen Signalen. Wenn du Mitte 20 bist und das Gefühl hast jetzt schon gestresst zu sein, dann muss die Überlegung sein, wie werde ich mich mit Mitte 30 oder Mitte 40 dann fühlen? Das macht einen wirklich sonst kaputt. Bin jetzt selbst 34 Jahre alt und bin froh, dass ich in diesem Alter schon dieses Training gemacht habe. In den Workshops sitzen leider oft Personen, die schon über 50 sind und dann was verändern wollen, was sich viel schwieriger in dieser Lebensphase gestaltet. Deine Herangehensweise ist aber genau die richtige Lösung dafür mit Hilfe von Ausgleichen dem Stress vorzubeugen (v.a. das Essen…min. 30x kauen, gar nicht so einfach *g*). Ob natürlich eine Wochen- oder Tagesplanung das Richtige ist, weiß ich selbst nicht. Mein Bruder z.B. plant seinen Tag komplett durch und wird dadurch noch gestresster, da die Pläne dann wieder nicht gelingen, wenn etwas Unvorhergesehenes passiert. Mit einer gewissen Leichtigkeit und auch ab und zu geplanter Langeweile arbeitet und lebt es sich denke ich besser.

    LG
    Mathias 🙂

    1. Danke dir! 🙂 Auch dafür, dass du deine eigenen Erfahrungen geteilt hast, finde das klingt auch nach einem sinnvollen gedanklichen Schritt, um mit Stress umzugehen.

      Auf jeden Fall, ich bin definitiv der Meinung, dass ich zu jung bin, um so gestresst zu sein und versuche entsprechend, gegenzusteuern. Das mit den Listen ist für mich ein zweischneidiges Schwert. Mir hilft es teilweise fokussiert zu bleiben und mich nicht zu stressen, aber wenn man es übertreibt, kann es natürlich ins Negative umschlagen und einen überfordern. Ich denke, man muss da der Typ für sein und das klug einsetzen.

      LG,
      Elena 😀

  2. Hallo Elena.
    Klasse Thema.
    Es gibt Leute, die können nicht Nein sagen und bürden sich immer mehr Zeug auf. Sie verlieren den Überblick und irgendwann ist Feierabend.
    Gut, wenn du für dich das schonmal erkannt hast.

    Mit den Listen könnte ich dir Scrum empfehlen. Das wird eigentlich in der Softwareentwicklung in Teams eingesetzt, ist aber auch für alles andere anwendbar, auch im privaten Bereich.

    Grober Überblick:
    Hierzu definierst du einen Arbeitszyklus, z.b. 1 Woche. Das wird Sprint genannt.
    Dann erstellst du deine Aufgaben für die nächsten z.b. 4 Wochen und gibst ihnen eine ungefähre Arbeitszeit.
    Anschliessend planst du die Aufgaben so in den Sprint, das du sie innerhalb diesem abarbeiten kannst.
    Im Normalfall schreibst du es auf Karten und hängst sie gut sichtbar an die Wand.
    Z.b.:
    -Gamestar Artikel Preview schreiben: 1 Tag
    -Gamestar Artikel Test schreiben: 2 Tage
    -Youtube Spielevideo: 1 Stunde
    -Für die Uni lernen: 3 Tage
    -Relaxen: 5 Stunden
    usw.

    Alle Tasks zusammen dürfen deine Gesamtzeit für die Woche (Sprint) natürlich nicht überschreiten.
    Alles was nicht mehr in diesen Arbeitszyklus/Sprint passt, wandert in den Backlog.

    Im Backlog befinden sich Dinge, die demnächst gemacht werden sollen.
    Hat man jetzt etwas fertig, wandert es in den „Done“ Bereich (oder Papierkorb).
    Am Ende des Sprints (also z.b. 1 Woche) beginnt man mit dem nächsten Sprint. Also alles wieder von vorne.
    Im besten Falle hast du alles aus der Vorwoche abgearbeitet.
    Ist noch was offen, planst du es neu ein und holst neue Dinge aus dem Backlog.

    Fallen dir während der Woche neue Arbeiten ein, erstellst du Karten und hängst sie in den Backlog.

    Vorteil: Du siehst jederzeit wo du stehst. Was hast du erreicht, wo hängst du in der Zeit, was ist noch zu tun.
    Ob du deine Tasks nun sehr grob planst oder in mehrere detailliertere Tasks unterteilst, bleibt dir überlassen.
    Du sollst nur den Sprint nicht überziehen.

    Das ganze nennt sich auch „Agiles Arbeiten“.

    Ich hoffe das war verständlich. Ist eigentlich sehr einfach und m.E. ist so eine Planung sehr schnell gemacht.

    1. Huhu, danke dir!
      Das System haben wir im Studium sogar im Fach Game Production & Pipeline behandelt. 😀 Darüber, es so auf mein Leben fernab vom Game Design anzuwenden, habe ich bisher noch gar nicht nachgedacht. Aber ich finde, das klingt nach einer sehr guten Idee. 🙂

  3. Hallo.
    Ja, das Thema mag von Oktober sein, dennoch ist es mir ein Bedürfnis hier meine Erfahrung zu teilen. Ich versuche mich auch ganz ganz kurz zu halten(versprochen).
    Das ist ein tolles und sehr wichtiges Thema, welches du da ansprichst. In vielen Bereichen deiner Methoden finde ich mich wieder.
    Hier kurz mein Leben von früher: 90 Stunden Woche, 60 Zigaretten am Tag, mehr Termine als ich überhaupt bewältigen konnte. Leistung im Beruf, Anerkennung und viel Geld galt es zu verdienen. Und beides verdiente ich in großen Mengen.

    Der Zeitpunkt wann sich alles verändert hat: Nachdem ich meinen Bruder nach seinem Suizid in seinem Wohnzimmer gefunden habe, hat sich alles verändert. Einen solchen klick hat es in meinem Kopf nie gemacht. Er lebte auch nur für den Beruf und seine Termine. Die Konsequenz waren (für uns völlig unerkannt und bekannt) eine Depression, die dann zur Selbsttötung führten.

    Da musste ich mir die Frage stellen: Was brauche ich um glücklich zu sein?
    Der Stress ist es sicher nicht.
    Ja, wenn ich viel Arbeite, verdiene ich viel Geld. MUSS ich viel Geld haben? Oder einfach mal das genießen was man hat? Meistens ist es doch so, dass wir immer mehr arbeiten, dabei immer weniger Zeit haben, um in der Karriere weiter zu kommen, um dann einen Posten zu bekleiden indem wir noch weniger Zeit haben.

    Mein Leben heute und was mir beim entspannen hilft:
    Das Rauchen habe ich völlig aufgegeben.
    Die 90 Stunden Arbeit sind nun 40 Stunden.
    Wie du bereits geschrieben hast, muss man entscheiden was einem wichtig ist und was nicht. Das gilt übrigens auch für Personen. Viele Freunde können auch stressig sein.
    An meinem freien Tag, lasse ich mein Telefon zuhause. Ich gehe dann in den Park oder an den Strand(ich bin von Deutschland nach Odessa in die Ukraine ausgewandert) und lese 1-2 Stunden ein Buch. Unglaublich wie sehr einem das Telefon ablenken kann. Einfach zuhause lassen.
    Sport: ich fing mit Tennis an. Wenn man 2 Stunden wie doof dem Ball hinterher rennt, ist der Körper zwar dermaßen ausgelaugt, aber für meinen Kopf ist das wie das Drücken des Resetknopfes.
    Auch das Spazierengehen habe ich entdeckt. Aber auch hier. Das Telefon nicht mitnehmen. Ich kann mit meiner Verlobten stundenlang durch die Gegend laufen und wir unterhalten uns und reden und reden.

    Auch bei der Ernährung gebe ich dir Recht. Sich Zeit nehmen, Essen genießen ist wichtig. Essen ist nicht nur ein notwendiges Übel, welches wir so schnell als möglich erledigen sollten. Ein gutes Essen in Ruhe genießen, kann mich auch total entspannen.

    Und früher wenn ich noch in meinem Terminkalender 1-2 Stunden frei hatte, mussten die irgendwie gefüllt werden. Wow,da ist ja noch Zeit, ich könnte blablabla machen. … Lasst es. Lasst die Lücke im Kalender einfach frei.

    Mir geht es heute mit 42 körperlich und seelisch deutlich besser als noch vor 10 Jahren.
    Die Gesundheit ist einfach das Wichtigste. Wir haben(wahrscheinlich)nur dieses eine Leben. Und verdammt wir haben die Pflicht es zu genießen wie es geht.

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