Pixelart: Einfache Tipps, die jede Zeichnung besser machen

Beim Zeichnen kommt es oft nur auf die Technik an. Diese Tipps haben mir persönlich geholfen, meine Zeichnungen zu verbessern.

Zumindest mir geht es beim Zeichnen meistens so: Ich habe eine gute Idee und will sie sofort umsetzen. Am Ende bin ich dann vom Ergebnis enttäuscht, weil es nicht aussieht, wie das Bild in meinem Kopf.

In meinem Fall liegt das meistens daran, dass ich mir nicht genügend Zeit für die Planung und Ausarbeitung lasse. Ich mache eine lose Skizze und will dann am liebsten sofort coole Effekte draufklatschen – bumm, fertig! Gerade bei digitaler Kunst ist die Verlockung groß. Was rauskommt wirkt dann oft besonders amateurhaft.

Denn eine schlecht durchdachte Zeichnung kaschieren kann auch der coolste Effekt nicht. Deshalb habe ich versucht, mir ein paar Techniken anzueignen, um meine Bilder zu verbessern. Diese Tipps für digitale Kunst möchte ich hier gerne mit euch teilen.

1. Tipp: Sammelt Referenzbilder

Der erste Tipp wird schon vor dem eigentlichen Zeichnen umgesetzt. Ihr müsst wissen, was ihr abbilden wollt. Also sucht euch möglichst viele Bilder von eurem Motiv in unterschiedlichen Winkel. Oft lohnt es sich, auch schon Skizzen der einzelnen Posen und Details anzufertigen, um ein Gefühl für das Motiv zu bekommen.

Ich habe mir in diesem Fall den Interceptor aus Anthem ausgesucht. Auch wenn das Spiel seine Schwächen hat, mag ich das Design. Dieser Javelin-Kampfanzug verfügt über zahlreiche Details und komplexe Formen, mit denen ich mich vor dem Zeichnen erst vertraut machen musste.

Wollt ihr etwas aus eurer Fantasie zu Papier bringen, lohnen sich Referenzbilder trotzdem. Ihr könnt sie zum Beispiel für Gesichter, Hände, bestimmte Stoffe oder Objekte und so weiter verwenden.

2. Tipp: Beginnt mit einfachen Formen

Sowohl der Hintergrund, als auch der komplexe Javelin lassen sich in einfache Formen zerlegen. Im Prinzip könnt ihr alles auf Kugeln, Zylinder, Boxen und so weiter reduzieren, auch wenn sie manchmal etwas verzerrt erscheinen.

In diesem Stadium sieht alles noch sehr abstrakt aus und nicht besonders ansehnlich, lasst euch davon nicht abschrecken! Ihr könnt auch schon Helligkeit und Dunkelheit miteinbeziehen, indem ihr euch eine Lichtquelle überlegt und Flächen verdunkelt, die im Schatten liegen würden.

Zum Weiterlesen: Warum Künstler so gerne ausgebeutet werden

3. Tipp: Nutzt Licht und Schatten statt Farben

Wie euch sicher aufgefallen ist, befindet sich noch kein Tropfen Farbe im Bild. Das liegt nicht daran, dass es eine Schwarz-Weiß-Zeichnung werden soll. Für mich hat es sich ausgezahlt, Farbe erst ganz am Ende hinzuzufügen. Der Grund dafür ist, dass die Form größtenteils über die Helligkeitswerte definiert wird. Ich nutzte also erst einmal nur Licht- und Schatten, um meinen Javelin auszugestalten.

Arbeitet man sofort mit Farben, besteht die Gefahr, dass man sich zu sehr auf die Farbtöne konzentriert und dabei die Werte vergisst. Am Ende sind die dann oft willkürlich im Bild verteilt, dann wirkt es nicht mehr richtig und ist zum Beispiel in kleinen Größen nur noch schwer zu erfassen.

Wollt ihr in Farbe malen, könnt ihr (zumindest in Photoshop) zwischendurch einen Schwarz-Weiß-Filter nutzen, um eure Werte zu checken. Idealerweise sind die immer auf größere Bereiche verteilt. Ihr könnt zum Beispiel einen dunklen Hintergrund und einen hellen Vordergrund haben, oder umgekehrt. Sonst könnt ihr Farben später einfach über eine Ebene im Modus „Farbe“ hinzufügen. Dann werden eure Helligkeitswerte nicht nachträglich verändert.

4. Tipp: Spiegelt euer Bild regelmäßig

Dieser Tipp mag seltsam klingen, aber tatsächlich gehört er zu den wichtigsten. Er kann den Unterschied zwischen einem mittelmäßigen und einem guten Bild ausmachen.

Wenn ihr lange an einer Zeichnung sitzt, gewöhnen sich eure Augen an das Bild. Sie fangen dann an, Fehler zu korrigieren. Ihr seht euer Werk also „korrekter“ als es eigentlich ist. Ärgerlich, wenn ihr fertig seid und dann doch feststellt, dass die Augen schief sitzen oder die Perspektive seltsam ist.

Spiegelt ihr die Leinwand aber regelmäßig, bekommen eure Augen immer wieder einen frischen Anblick geboten. Dadurch erkennt ihr Fehler früh und könnt sie beheben, bevor es zu spät ist.

Hier ist das finale Bild. Auch das ist natürlich nicht perfekt – ich neige, wie oben erwähnt, gerne mal dazu, es mit Filtern und Effekten zu übertreiben. Trotzdem sieht man dem Bild meine Meinung nach an, dass es zumindest eine solide Basis hat. Die hätte es ohne das Vorgehen oben wahrscheinlich so nicht gegeben.

Zum Weiterlesen: Meine Tipps zum Zeichnen lernen


Über Elena Schulz

Freiberufliche Journalistin und Künstlerin. Liebt Dinosaurier, den Weltraum, Batgirl, das Meer und alles was mit Videospielen zu tun hat. Eigentlich immer ein bisschen verwirrt.

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