Assassin’s Creed: Origins – Eine Reise in Bildern

Assassin’s Creed: Origins hat ein großes Highlight: Seine Open World. Grund genug für mich, auf Foto-Safari zu gehn.

In Assassin’s Creed: Origins wollte ich einmal alles anders machen. Zumindest, wenn es um Open-World-Spiele geht. Normalerweise habe ich nämlich sehr klare Vorstellungen davon, wie das zu laufen hat. Ich ziehe los, am besten noch per Schnellreise und klappere mechanisch jeden Punkt auf der Karte ab, bis sie endlich blank vor mir liegt. Ohne Symbole, ohne Aufgaben. Hach, fertig!

Miez miez! Endlich wieder ein Spiel, in dem ich Tiere streicheln darf. Warum die Katzenmaske? Ähh…

Wie die Welt aussah, die ich durchstreift habe? Keine Ahnung. Städte verkommen zu Ansammlungen ähnlicher Gebäude, Wälder sind ein Haufen Bäume, flüchtige Begegnungen längst vergessen. Dabei gibt es trotz Hilfsmittel wie prozeduraler Generierung (also mithilfe von Algorithmen platzierte Bäume, Steine und so weiter) eigentlich noch genug besondere Orte zu entdecken. Seien es kleine, handgemachte Oasen als Ruhepole in einer lauten Welt oder aufgeweckte Städtchen voller wackeren NPCs, die ihren Alltag meistern wollen.

Und selbst zufällige Fleckchen können mir dank der fortgeschrittenen Technik heuzutage noch malerische Momente bescheren. Ich muss nur hinsehen. Das habe ich im neuen Assassin’s Creed versucht. Ich bin einfach losgezogen, ohne Questmarker, ohne Plan, ohne Richtung. Mein einziges Ziel: Die Welt entdecken und meine Eindrücke festhalten. Ich wollte mich diesmal selbst belohnen. Nicht mit Achievements, sondern mit Erinnerungen.

Das war knapp! Nich alle Begegnungen mit Tieren im Spiel waren freundlich. Okay, die meisten waren es nicht.

Say Cheese!

Das Ergebnis habe ich hier in Bildern festgehalten. Origins bietet einen praktischen Fotomodus, der mich die Kamera frei rotieren lässt, bis ich den perfekten Blickwinkel gefunden habe. Viele neuere Spiele beinhalten solche Modi (zum Beispiel auch das großartige Horizon: Zero Dawn!) und sie helfen wunderbar dabei, besondere Momente einzufrieren. Naja, wie Fotos das eben so tun. So fühle ich mich am Ende tatsächlich wie ein Schnappschuss-Fotograf, der von einer langen Reise zurückkehrt. Eine Reise durch eine unglaubliche Welt.

Manchmal kommt man sich vor wie in einer Naturdokumentation – so viel Leben steckt in der Welt.

Denn, wenn Origins eines schafft, dann mit seiner Welt zu verzaubern. Abseits der vorgeschriebenen Wege steckt das Alte Ägypten voller wilder Tiere, die mir an den Kragen wollen, aber auch friedlich am Wasserloch trinken. Ich kann mit Fischen tauchen, im Sonnenuntergang reiten, Vögel beobachten, Katzen streicheln oder meinen Feinden beim abendlichen Zusammensein am Lagerfeuer zusehen.

Die Welt wirkt so lebendig, dass ich mich diesmal wirklich frei in ihr gefühlt habe. Sie war nicht nur eine Unterlage, auf der meine Mission ausgebreitet wurde. Sie existierte neben ihr. Natürlich bin ich mittlerweile trotzdem wieder dazu übergegangen, den Questmarkern zu folgen. Schließlich will ich auch der Geschichte folgen und Origins irgendwann durchspielen.

Meine Gegner so friedlich beisammen zu beobachten, verleiht der Geschichte mehr Gewicht.

Mehr als ein Pflicht-Feature

Dennoch habe ich etwas für mich mitgenommen, das über die Screenshots hinausgeht. Ein Bewusstsein dafür, was Open Worlds eigentlich sein wollen und wofür sie da sind. Obwohl Spiele mit einer offenen Welt mittlerweile fast der Standard sind, ignorieren wir sie allzu oft. Sie sind das vielleicht das beliebteste Feature moderner Triple-A-Spiele und gleichzeitig das meist ignorierte. Wir nutzen die Schnellreise-Funktion oder lassen uns von unseren Reittieren oder Fahrzeugen automatisch zum Ziel bugsieren, nur um möglichst viel von der Welt zu übersehen.

Das ist Fangs. Ich glaube, er ist eitel. Aber psst.

Open Worlds sind für mich da. Für den Spieler. Der Entwickler erschafft eine Welt rund um seine Idee, seine Geschichte und seine Spielmechaniken, damit sie sich nicht aufgesetzt anfühlen. Sie werden zu einem kleinen Teil von etwas Großem, etwas Organischem. Ich soll wirklich in die virtuelle Umgebung eintauchen können und ein Teil von ihr werden. Und genau das ist es eigentlich, was Spiele für mich ausmacht.

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Über Elena Schulz

Freiberufliche Journalistin und Künstlerin. Liebt Dinosaurier, den Weltraum, Batgirl, das Meer und alles was mit Videospielen zu tun hat. Eigentlich immer ein bisschen verwirrt.

7 Kommentare zu “Assassin’s Creed: Origins – Eine Reise in Bildern

  1. Danke für diese kleine Reise durch das virtuelle Ägypten. Mir geht es da oft ganz ähnlich, was Open World betrifft: Meistens packt mich der Completionist-Drang und ich will einfach diese ganzen kleinen Symbole loswerden, und die eigentliche Welt verkommt bei aller Schönheit zu einem unwichtigen Randelement, das ich durch Schnellreisen umgehe, so oft es geht. Besonders bei Witcher 3 ist mir das aufgefallen, wo ich sogar regelmäßig im Sturmgalopp die nächsten paar Schnellreisepunkte abgeritten bin, damit ich die folgenden Quests im Gebiet effizienter erledigen kann.

    Mein Problem dabei ist oft auch, dass es unglaublich viel Zeit braucht, eine Open World aufmerksam zu erforschen und wirklich wertzuschätzen, und ich nur begrenzt Zeit zum Spielen habe. Wenn es weniger Quests, Sammelgegenstände etc. gäbe, die meine Karte zupflastern und meine Zeit und Aufmerksamkeit fordern, wäre ich vermutlich wieder viel mehr an der Welt interessiert. Bei Gothic und Risen hat das beispielsweise fantastisch funktioniert – klar, da war die Welt auch insgesamt kleiner, aber dennoch habe ich dort sehr viel Zeit mit dem Erkunden, Suchen von Abkürzungen etc. verbracht. Auch in Guild Wars 1 habe ich damals wahnsinnig viel Zeit einfach darin investiert, die Gebiete zu erkunden und unzählige tolle Landschafts-Screenshots zu machen. Aber je mehr (eigentlich völlig irrelevante) Kleinigkeiten ich im Spiel erledigen kann, desto mehr vergesse ich die Welt drumherum, und das ist oft wirklich verdammt schade.

    Ich freue mich jedenfalls über diese kleine Erinnerung daran, dass man sich den „Regeln“ des Spiels nicht immer beugen muss und auch einfach mal etwas ganz anderes tun kann als das Questlog gerade von einem verlangt. Und ich freue mich (gerade auch weil ich afrikanische/ ägyptische Architektur liebe) wirklich darauf, demnächst ebenfalls in AC:Origins auf Reisen zu gehen.

    1. Danke dir! Man wird ja leider auch bisschen darauf trainiert durch die ganzen Belohnungssysteme. Wer viel schafft, bekommt auch viel vom Spiel, da fällt es natürlich noch schwerer, sich einfach treiben zu lassen.

      Geht mir ähnlich. Auch, weil es mittlerweile einfach so viele große Open-World-Titel gibt. Ich hab das Gefühl, ich muss möglichst schnell durchkommen, weil ja noch ein Stapel an weiteren XXL-Spielen auf mich wartet. Man fühlt sich fast schon schuldig, wenn man sich mal mehr Zeit nimmt. Muss auch zugeben, dass ich es bei AC: Origins echt nicht lange ausgehalten habe, einfach nur so herumzulaufen. Dabei war die Welt wirklich schön und es gab wahnsinnig viel zu entdecken. Aber der Drang, fertig zu werden, bleibt.

      Was du ansprichst trifft auch auf Zelda: Breath of the Wild zu und ist wahrscheinlich auch der Grund, warum die offene Welt hier mit so viel Begeisterung aufgenommen wurde. Weil nicht alles voll mit Questmarkern ist, kannst du dich einfach treiben lassen und die Welt erkunden. Glaub hier hab ich wirklich den Großteil meiner Zeit mit Erkunden verbracht und die Quests tatsächlich eher nebenbei erledigt. Hätte auch echt kein Problem, wieder zu kleineren Welten zurückzukehren, wenn sie mir dafür wieder mehr Inhalt bieten.

      Viel Spaß! 🙂 Der Trip lohnt sich auf jeden Fall.

  2. Das war bei mir normalerweise genauso! Bis der Witcher kam. Als ich angefangen habe The Witcher III zu spielen ist mir das auch schon aufgefallen. Als ich mal wieder im Sturmgallop eine Klippe entlang auf dem Weg zur nächsten Quest war ging neben mir die Sonne unter, was dank was der tollen Lichtstimmung des Spiels zu einem wirklich schönen Moment geführt hat. Und da hab ich mir die Frage auch gestellt: ,,Warum hetze ich hier eigentlich so durch? Ich hab doch alle Zeit der Welt. “ Also bin ich dann mal von Plötze abgestiegen und hab mir nur den Sonnenuntergang angeschaut. Tatsächlich bietet der Witcher eine wunderschöne Welt, wenn man sich die Zeit nimmt sie genauer zu betrachten. Durch dörfer wird jetzt prinzipiell auch nurnoch langsam geritten, um die schönen Momente nicht zu verpassen, die das Spiel extra für mich kreiert.

    1. The Witcher 3 wird ja tatsächlich immer genannt, wenn es um Beispiele für gelungene Open Worlds und Geschichten darin geht. Ich habe (Schande über mich) den 3. Teil immer noch nicht gespielt, weil ich vorher erst Teil 1 & 2 beenden wollte. Bald ist es aber soweit, freu mich schon drauf, mich auch endlich in diese Welt zu stürzen. ^^

      1. Der dritte Witcher-Teil ist auch alles in allem ein wirklich sehr gelungenes Spiel. Vor allem über den Umfang war ich erstaunt, da ich erst nach c.a 70 Std. die Haupstory (Und die ist wirklich gut inszeniert) beendet hatte. Von den zwei Story-DLC’s und unzähligen Nebenmissionen mal ganz abgesehen. Also sei gewarnt, der Witcher frisst Zeit

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